Montag, 23. Mai 2011

Nathalie's Traumkleid

4 Monate bis zum Fest:
Das Nachbarkind meiner Eltern ist verzweifelt:
Es findet einfach kein schönes Jugendweihekleid! Mein Vater erwähnt, mit stolz geschwellter Brust, das er eine Tochter hat, die zaubern kann - sie kann Traumkleider nähen!
- Ach ja? Dad!!! -
Das Nachbarkind schickt Fotos: Mein Schnitt! Meine Farbe! Meine Details!
- Ich mache mich auf die Suche ... -

1 Monat bis zum Fest:
Am Tag der Abreise in den Osterurlaub verschicke ich noch schnell das Probekleid. Weil bei 330 km Entfernung eine Anprobe schlecht möglich ist :o)

1 Woche bis zum Fest:
Überbringe ich das Kleid persönlich.
Das Leuchten in den Augen ist einfach ... unbezahlbar!
Die vielen Stunden, die in diesem Kleid stecken - vergessen.
Aber dann: Es ist zu eng obenrum!!
(Kommunikationsfehler beim Abstecken)
Und nun??
- Ich kann zaubern. Ich krieg das hin. -

Montag, 5 Tage bis dem Fest:
Es hilft nichts, das vordere Oberteil muß neu genäht werden.
Innerhalb von 5 Stunden ist der Austausch komplett.
Wunschgemäß habe ich gleich noch die Schleife auf 1 Stufenlänge gekürzt.
Am Nachmittag ist das Kleid, hübsch verpackt, mit DPD wieder unterwegs.
Dienstag, 4 Tage bis zum Fest:
Am Abend ruft das Nachbarkind an - überglücklich!
Das Kleid passt, es ist wundervoll, das absolute Traumkleid!!!
"ALLE Nachbarn finden, es ist wie für mich gemacht!"
- Ich fange fast an zu weinen bei so viel Begeisterung. Es könnte aber auch Erleichterung sein ... -

Details:
Den Schnitt fand ich in der Burda 4/2011, Modell 110. Gerade zur rechten Zeit. Genäht in Gr. 36 und auf Knielänge gekürzt.
Das Oberteil ist aus besticktem Taft, die Rüschen aus Georgette und das Unterkleid aus Baumwolle mit Elastan - alles in allem eine gute Wahl. Für die Schleife erwies sich ein breites Taftband als optimal.

Sonntag, 1. Mai 2011

Tanz-in-den-Mai KLEID

"Am Sonntag wollt mein Süßer mit mir tanzen gehn ..."

*seufz*

Als ich mir Dienstag den Zeh brach, mußten wir das langersehnte Square Dance-Event absagen.
Aber das Kleid kann ich euch trotzdem zeigen:
Der Schnitt verbindet das Burda-Oberteil 2/2011.101
mit einem 6-Bahnenrock. Die seitlichen Rüschen entstanden aus der Not heraus - der Punktestoff reichte nicht für rundherum ;o)
Der Stoff ist ein Mischgewebe, ein Original aus den 50er Jahren (bloß nicht schwitzen!!).
Ein bißchen Schnickschnack darf nicht fehlen, deshalb habe ich die Ausschnitte kontrastfarben eingefaßt und den Rock mit Satinbändchen & -schleifen verziert.

Freitag, 29. April 2011

Hurra, ich bin TANTE

Während (fast) alle Augen nach London blicken, um William & Kate bei ihrer Hochzeit zu begleiten, kommt ein kleines Mädchen zur Welt - meine Nichte.
Was für ein Tag!!
Königlich ... ähm ... aufgeregt winke ich nach Sachsen, meiner Heimat, und wünsche der kleinen Mirjam Elisabeth & ihren Eltern einen guten Start ins gemeinsame Leben und Gottes Segen!
Wir freuen uns soooo!!!

Mittwoch, 20. April 2011

Me-made-Mittwoch

Für einen Mittwochmorgen ein etwas unpassendes Outfit, zugegeben.
Aber als ich letzte Woche etwas hektisch die "was-wir-fahren-schon-morgen-in-den-Osterurlaub?" Koffer packte, habe ich nur das Kleid von letztem Mittwoch & meinen Lieblingsrock eingepackt ...
Genäht habe ich den Rock bereits im Sommer letzten Jahres, nachdem der Erste seiner Art sich als sehr bequem & kombinationsfähig herausgestellt hat.
Wie man auf diesem Foto sieht, habe ich auch noch farblich & wettermäßig passende Schuhe ... zu Hause!
Catherine und allen MMM-Mädels entspannte, sonnige Mittwochsgrüße von der Nordsee!!

Donnerstag, 14. April 2011

Gute Vorsätze: AprilKLEID 1956

"Das behalt ich gleich an!" dachte ich nach der letzten Anprobe gestern.
Beim Durchblättern von "Meyers Schweizer Frauen- und Modeblatt" 17/1956 blieb ich bei diesem Kleid am längsten hängen. In meinem Geist fügten sich Stoffe, Farben und Details zusammen und ich war begeistert:
Die tiefergelegte Taille!
Aufgesetzte Blenden an Hals und Taille!
PlisseeRock! ... WAS? Das glaubt ihr doch nicht wirklich!!! Nur OHNE Falten ;o)
Leichter dunkelblauer Interlock, weißer Viskosejersey und ein paar kleine, süße Wäscheknöpfe verwandelten sich innerhalb eines Tages in ein herrlich bequemes Frühlingskleid:
Es trägt sich wie eine zweite Haut! *wohlfühl*
Einzig die Länge ... ich weiß nicht.
Obwohl 3 cm länger als meine übliche Rocklänge scheinen bei diesem Kleid die Proportionen nicht hundertprozentig zu stimmen (was wahrscheinlich an der tiefergelegten Taillenblende liegt).

Mittwoch, 13. April 2011

Me-Made-Mittwoch

16 Uhr ist das April-Kleid endlich fertig geworden!!!
Umgehend mache ich mich auf die Suche nach passenden Schuhen: Alltagstauglich sollen sie sein, bequem mit etwas Absatz, schick & dunkelblau oder weiß. Und preiswert - bitte!!
Gekauft habe ich dann diese:Na toll! Nur ganz knapp an "alltagstauglich" & "etwas Absatz" vorbei ;o)
Aber überraschend bequem.
Bei Cat-und-kascha gibt es noch mehr MMM's.

Morgen gibts die Details zum Kleid!

Donnerstag, 24. März 2011

Gute Vorsätze: MärzKLEID 1958

Mein Märzschnitt stammt aus "Praktische Mode 10/1958, Modell 22998":
Das Nähen war etwas knifflig - ich habe mit "um die Ecke nähen" so meine Schwierigkeiten - vor allem beim Einsetzen der Rockteile.
Überraschenderweise passte das Kleid bei der Anprobe nicht (obwohl die angegebene Größe meiner fast entspricht) - es war viel zu weit. Da blieb mir nichts anderes übrig, als entlang der Prinzessnähe jeweils gut 1 cm wegzunehmen; etwas mühselig, aber dafür passt die Taille jetzt viel besser:
Mir gefällt das Kleid vor allem, weil ich es mit Petticoat tragen kann - ich liebe diesen Look!!

Schnitt: Praktische Mode 10/1958 - 22998
Stoff: leicht elastischer Baumwollbatist, sehr bequem zu tragen

Donnerstag, 10. März 2011

Keep calm and lure spring

Dank Luzia Pimpinella sehen viele heute flieder - eine Farbe, die in meiner Wohnung & in meinem Leben nur sehr spärlich vertreten ist. Im Tochterzimmer entdeckte ich die frühlingshafte Lampe aus dem beliebten Möbelhaus:"Wenn der (weiße) Flieder wieder blüht ..."
Himmel, jetzt geht mir das Lied nicht mehr aus dem Kopf!

Freitag, 4. März 2011

KLEID inspired by GROSGRAIN

Bereits im letzten Jahr entdeckte ich den Blog von Grosgrain - außergewöhnliche Kleider, wundervoll fotografiert. Ihre Serie, in der langweilige Pullover in sagenhafte, Geschichten-erzählende Strickjacken verwandelt wurden, hat mich besonders fasziniert.
Im Februar sah ich ein Kleid, dass mir so gefiel, dass ich mich sofort auf die Suche nach Stoff und Schnittmustern machte.
Und das ist mein Ergebnis:
Das Oberteil ist aus der Burda 2/2011, Modell 101, der Rock aus der Burda 11/2007, Modell 107. Beides passt ohne Änderungen zusammen (und zu meiner Figur) *hurra!*
Die Rüsche ist mit Schrägband eingefasst und mit Hand gerüscht - eine Fleißarbeit, die sich gelohnt hat :o)
Inspiriert hat mich dieses zauberhafte Kleid:

Samstag, 26. Februar 2011

"Ein schwarzes Schaf" von Anne Kneip

Meine Wahl zum Motto "Farbe":
"Eine Neunzehnjährige tauscht "tausend Schritte ins Ungewisse gegen die gewohnten Wege der ... sozialistischen Sicherheit" und wagt, allein auf sich gestellt, das, was eigentlich unmöglich schien: die Flucht in die Bundesrepublik Deutschland über ein Drittland. Eine Reise nach Algerien wird zu einer Reise in die Freiheit. Die Umstände der abenteuerlichen Flucht der Anne Kneip aus der DDR im Jahr 1984 erhellen schlaglichtartig ein Stück ostdeutscher Wirklichkeit" (Klappentext)

Ich konnte es kaum abwarten, dieses Buch, ein Geschenk, zu lesen. Und am Ende des Tages hatte ich die 181 Seiten verschlungen, mit klopfendem Herzen. Als in Algerien der Stein flog, zog ich den Kopf ein und bei der Paßkontrolle am Pariser Flughafen brach mir der Schweiß aus.
Anne Kneip hat mich mitgenommen auf Ihre Flucht und ich war von der ersten Seite an mittendrin.
Für mich war es eine Reise in meine eigene Vergangenheit - 18 Jahre habe ich im Sozialismus überlebt, als schwarzes Schaf (als Pfarrerstochter), und das Mißtrauen, von dem Sie erzählt, kenne ich nur zu gut.
Wortgewand und unterhaltsam, die sozialistischen Charaktere genaustens getroffen ... absolut empfehlenswert!!

Donnerstag, 24. Februar 2011

Keep calm and lure spring

~ Kuschliges gegen die Kälte ~

~ Let's (Square) dance! ~

Dank Luzia Pimpinella ist dieser Donnerstag lagunentürkis - meine Lieblingsfarbe!!!

Dienstag, 22. Februar 2011

Leo LONGSHIRT

Das Töchterchen maulte ja zu Recht - in der letzten Zeit habe ich für mich genäht (wenn überhaupt).
Auf ihrer Wunschliste ganz oben stand ein Longshirt mit breitem Bund und cooler, zerlumpter Optik *schüttel*:
Der Schnitt aus der La mia Boutique 9/2010, Modell 30
eignete sich hervorragend. Ich habe lediglich die unteren 15 cm des Shirts durch den Bund ersetzt und den Ausschnitt nicht ganz so weit geschnitten.
Bevor es in der Waschmaschine verschwand (damit sich der Jersey rollt), sah das T-Shirt so aus:
Die Tochter ist total begeistert und kann überhaupt nicht glauben, dass ihre super ordentlich-penible Mum den Stoff zerschnitten hat ;o)

Donnerstag, 17. Februar 2011

Keep calm and lure spring

Spiele mit der ganzen Familie sind sehr wirkungsvoll zur Stimmungssteigerung an grauen Tagen :o)
Noch mehr pfefferminzgrüne Bilder findet Ihr bei Luzia Pimpinella.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Keep calm and lure spring

Luzia Pimpinella hat zu einer farbenfrohen Fotoaktion aufgerufen - was für eine tolle Idee!
Diese Woche ist limettengrün:

~ Frühling im Wohnzimmer~

~ das nächste Projekt ~

~ dieser kleine Kerl sorgt immer für gute Laune ~

Grün ist zwar nicht gerade "meine" Farbe, aber sehr wirkungsvoll gegen das kühle Grau der letzten Woche.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Gute Vorsätze: FebruarKLEID 1957

Das Vintagekleid des Monats ist ein Tee(rosen)kleid nach einem Schnitt aus "Günthers Modenblatt" von 1957 geworden:
Der Weg war beschwerlich, aber das Ergebnis war die Mühe wert:Jetzt sitze ich im herrlichsten Sonnenschein und warte sehnsüchtig auf frühlingshafte Temperaturen, damit ich mein neues Kleid auch (länger als fürs Fotoshooting) anziehen kann :o)

Dienstag, 8. Februar 2011

Gute Vorsätze: Stolpersteine II

Mädels, ich danke euch! Ihr seid großartig!!!
Bei eurem Vertrauen in meine Fähigkeiten konnte ich das Kleid gar nicht (wie eigentlich gewollt nach dem holprigen Start) bis Ende des Monats liegenlassen :o)
Ein großes DANKESCHÖN für soviel Motivation!!

4. Stoffverbrauch
Habt ihr auf der technischen Zeichnung den Stoffverbrauch gesehen?
Problem: Schlappe 5 m (bei 90 cm Breite)!! Ich habe ja viel Stoff, aber nicht am Stück.
Lösung: Stoff kaufen!!
Aber: "Nein!!" ruft mein Mann energisch "Die Lagerkapazität unserer Wohnung ist bei weitem überschritten! Der wird jetzt verarbeitet (und wenns nicht reicht, dann nimm die Vorhänge :o)
neue Lösung: Rockform verändern, so dass 2 m ausreichen.

5. Stoffmuster
Das hat mir letztendlich die meisten Bauchschmerzen gemacht, im wahrsten Sinne. Mein Harmonie-, Symmetrie-, Farb- & Wohlfühlempfinden scheint sich in meinem Bauch zu befinden.
Problem: Die Retromuster sind nicht so mein Fall, und auch großgemusterte Stoffe finde ich schwierig zu verarbeiten. Blümchen sind gut und Pünktchen liebe ich.
Aber: Welches Muster passt zum Kleidstil? Zum Vintage-Look? Zu mir??
Die Suche im "Lager" dauerte eine ganze Weile ...
Hier die "echten" Retrostoffe (90 cm breit):
und leichte Baumwolle in größeren Mengen:
Lösung: Ich will ein sommerliches Rosen-Kleid!
Entschieden habe ich mich für diesen Stoff:
Aber: Hoffentlich sieht es am Ende nicht wie ein Nachthemd aus ...

PS: Das Kleid ist FERTIG!

Freitag, 4. Februar 2011

Gute Vorsätze: Stolpersteine

Boah, da habe ich mir ja was vorgenommen ...
Nein, ein neues (altes) Kleid gibt es heute noch nicht. Haha! Auf dem Weg dahin begegnen mir so einige Stolpersteine. Davon will ich euch berichten:

1. Aussuchen & entscheiden:
Seit Tagen blättere ich durch 4 Zeitschriften aus den 50er Jahren: "Wow, das Kleid ist toll! Oh, das aber auch! Und das erst!!"
Aber: Vor 60 Jahren gab es jedes Modell nur in einer Größe! Konkret heißt das: Die Aha-Modelle sind natürlich zu groß und die in meiner Größe sind selten sensationell. Natürlich!
Lösung: Schnitt verkleinern. Das wollte ich ja unbedingt lernen ...
Gestern habe ich mich entschieden:
Modell G 15588 aus "Günther Modenblatt" 4/1957 soll das nächste Kleid werden.

2. Schnitt kopieren:
Was habe ich mich geärgert, als Burda im letzten Jahr die Anzahl der Schnittmusterbögen halbierte - Unübersichtlichkeit pur.
Im Vergleich zu den Bögen der 50er Jahre sind sie immerhin schön bunt.Problem: Ich schaue auf den Bogen und sehe schwarz. Die vielen Zeichen erinnern mich ans Morsen. Das kann ich aber auch nicht.
Lösung: Glück gehabt! Der Vorbesitzer hat dieses Kleid auch schon genäht und die Schnittteile mit Buntstift nachgezeichnet.

3. Schnittmuster zusammensetzen:
Problem: Vorderteil 1 (ok), Vorderteil 2 (aha), Vorderteil 3 (??). Wie passen die zusammen??
Lösung: Ahhh, es sind ja wenigstens Zahlen dran! Das war's dann aber auch schon. Eine Nähanleitung gibt es nicht. Diese Zeichnung ist alles, was die Hobbyschneiderin von 1957 benötigte. Respekt!

Mein Tatendrang ist verflogen. Immerhin habe ich es geschafft, das Schnittmuster zu kopieren und die Zusammensetzung zu verstehen.
Weitere Stolpersteine demnächst ...